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Fragen und Antworten

1. Erhält In Deutschland nicht jeder genug zum Leben – vom Staat?
Nein. Wer heute soziale Unterstützung als HARTZ-IV-Empfänger erhält, kennt die Antwort: Wegen der Kürzungen reicht es vorne und hinten nicht. Und viele schämen sich für ihre Armut. Sie trauen sich nicht und scheuen sich, bei Ämtern Anträge zu stellen und ihre Armut beweisen zu müssen. Andere wollen keine Bürokratie; sie wollen einfach nur etwas zu essen. Der Hunger kommt nicht nur einmal im Monat.

2. Warum erledigt der Staat diese Leistungen nicht, z.B. über die Sozialämter?
Schnelle Hilfe muss zeitnah organisiert sein und darf nicht von “Feierabend” geprägt sein. Das erfordert hohe persönliche Einsatzbereitschaft und Flexibilität der Mitarbeiter. Ein solches Engagement ist im Öffentlichen Dienst in der Regel nicht zu erwarten. Das ist Fakt. Unsere Hilfe funktioniert nur wegen der hohen persönlichen Motivation jedes Einzelnen; auch weil sie nicht an starren Regelarbeitszeiten und Bezahlungsanspruch festmacht. Die Aufgaben der staatlichen Stellen sind bereits weit gefächert und werden aus Kostengründen weiter reduziert.

3. Ist die Rüsselsheimer Tafel eine Einrichtung der Stadt Rüsselsheim?
Nein, wir sind keine städtische Einrichtung, sondern eine caritative Einrichtung, deren Träger die Pfarrei Heilige Familie ist.

4. Ist die Rüsselsheimer Tafel eine Selbsthilfeorganisation?
Nein. Die Bedürftigen selbst sind nicht in der Lage, sich die Lebensmittel im ausreichenden Umfang zu beschaffen. Von Einzelnen ist der Aufwand der Besorgung und Verteilung nicht zu betreiben. Und Lebensmittelmärkte würden auch nichts an Einzelpersonen abgeben. Die Tafel-Idee der Lebensmittelverwertung funktioniert nur, wenn die Tafel diese Aufgabe übernimmt.

5. Besteht ein Rechtsanspruch auf die Versorgung mit Lebensmitteln durch die Rüsselsheimer Tafel?
Nein! Es besteht kein Rechtsanspruch auf die Leistung der Rüsselsheimer Tafel. Alle Leistungen werden von Freiwilligen aus reiner Nächstenliebe erbracht.

6. Kann jeder die Lebensmittel von der Rüsselsheimer Tafel erhalten?
Nein. Es ist ein Nachweis über die Bedürftigkeit erforderlich. Es ist der Bezug von Hartz IV, Sozialhilfe oder sonstiger Bedürftigkeit nachzuweisen.

7. Sind Lebensmittel, bei denen das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) abgelaufen ist, schlecht und verdorben?
Nein, nicht sofort. Das MHD sagt nur etwas darüber aus, wie lange eine Ware mindestens haltbar sein muss, wenn sie korrekt gelagert wird. Wird es überschritten, variiert der zeitliche Verfall von Produkt zu Produkt sehr stark – bei Milch geht das beispielsweise ganz schnell, bei Konserven kann das Jahre dauern. Wir wählen sorgfältig aus. Bevor es die MHD-Regelung gab, haben die Menschen an einer Speise gerochen oder ein wenig davon probiert und dann entschieden, ob sie diese noch essen wollten oder nicht. Mit dem MHD haben viele Menschen verlernt, auf ihre Sinne zu vertrauen. Sie werfen zuhause Produkte weg, die noch völlig in Ordnung sind, nur weil das MHD überschritten ist. Sie könnten diese bedenkenlos genießen, solange Geruch und Geschmack einwandfrei sind. Der Lebensmittelhandel hat keinen Ermessenspielraum und muss die Produkte bereits vor Erreichen des MHD aus den Regalen nehmen.

8. Gibt es einen Notdienst bei der Rüsselsheimer Tafel?
Nein. Unsere gesamte Arbeit ist bereits Notdienst, Dienst wegen der Not. Wir sind in der gesamten Woche für unsere Mitmenschen unterwegs, von montags bis freitags.